Party & Co

Körperliche Anstrengung durch Tanzen, schlechte Luft und großes Gedränge sind besonders für Jugendliche mit AHF nicht gerade empfehlenswert. Deine Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass du selbst weißt, was du dir zumuten kannst und was nicht. Je öfter sie erleben, dass du selbst die Verantwortung für dein Leben übernimmst, desto mehr werden sie dir zutrauen. Und du wünschst dir neben einer guten medizinischen Versorgung ja auch möglichst viel Normalität. Dazu gibt es einige Spielregeln, die im Extremfall lebenswichtig sind:
Wenn Du z.B. wegen einer künstlichen Herzklappe gerinnungshemmende Medikamente einnimmst und bisher deine Eltern den Gerinnungswert (INR-Wert) gemessen haben, kannst du selbständiger werden, wenn du mit dem CoaguChek-Gerät regelmäßig selbst misst. Auch die Einnahme von Marcumar® und anderen Arzneimitteln kannst du jetzt alleine übernehmen. Wenn du nicht genau weißt, wie du das machen sollst, frage doch deinen Kardiologen. Er wird dir sicher helfen.

Tattoos oder Piercings

Tattoos oder Piercings sind mittlerweile nichts Besonderes mehr, sogar manche Hausfrauen und Spießer haben welche. Wenn du unbedingt eines haben willst, solltest du das nicht ohne Rücksprache mit deinem Kardiologen machen. Und wenn du noch keine 18 bist, muss eine Einwilligung deiner Eltern vorliegen. Vor allem wenn du Medikamente nimmst, die die Blutgerinnung herabsetzen, wird es sehr problematisch. Lass dir bloß nicht von unseriösen Tattoo-Studios zum Absetzen der Medikamente raten! Das ist extrem gefährlich. Beim Stechen eines Tattoos entstehen kleinste Blutungen, die bei dir dann besonders stark sind, da dein Blut ja nicht mehr so schnell gerinnt. Zusätzlich können Bakterien in dein Blut gelangen (auch bei Piercings), was wiederum die Gefahr einer Endokarditis erhöht. Das kann lebensbedrohlich werden. Mach am besten einen großen Bogen um solche Aktionen. Und frag dich, ob du das Tattoo/ Piercing in zehn oder zwanzig Jahren auch noch so toll finden würdest...


Cartoon: "Unter die Haut"

Alkohol - ich doch nicht...

Aus medizinischer Sicht ist Alkoholgenuss für Heranwachsende natürlich nicht ratsam, für herzkranke Jugendliche erst recht nicht. Das ist nichts Neues für dich. Deshalb ist es ja auch so spannend. Was denkst du darüber? Der Spagat zwischen "mithalten-wollen" und "vernünftig-sein" ist wirklich schwer. Vielleicht kannst du dich gemeinsam mit deinen Eltern zu Hause an das richtige Maß herantasten, ehe du mit deinen Freunden losziehst. Denk dran: Besoffen durch die Gegend zu torkeln, ist nicht besonders sexy. Und deinem Herzen tut der Alkohol auch nicht gut.

Drogen - würde ich nie...

Naja. Seien wir mal ehrlich. Alkohol ist auch schon eine Droge. Generell kann man sagen, dass starke Persönlichkeiten mit einer lieben Familie und guten Freunden keine Drogen brauchen. Soweit die Theorie. Jugendliche testen aber nun mal gerne aus, was alles so geht. Das Experimentieren mit Drogen gehört leider auch dazu. Und gerade für ein belastetes Herz-Kreislauf-System wie bei einem angeborenen Herzfehler könnte Drogenkonsum, auch wenn es "nur" Marihuana ist, fatale Folgen haben. Das Zusammenwirken von medizinisch notwendigen Medikamenten und Rauschmitteln ist extrem unkalkulierbar. Sabbernd, zitternd und mit vollgepinkelter Hose in die Uniklinik eingewiesen zu werden ist auch nicht wirklich cool. Es gibt z.B. auch Jugendliche (und Erwachsene), die durch Drogen (manchmal reicht sogar schon der einmalige Genuss) plötzlich geistig verwirrt werden und bleiben (drogeninduzierte Psychose). Dann kannst du dich im schlimmsten Fall auf einige Wochen Psychiatrie mit anschließender medikamentöser Dauerbehandlung einrichten... Nur du selbst kannst dir die Frage beantworten, ob sich das Risiko einzugehen wirklich lohnt. Welcher kurzzeitige Trip könnte das rechtfertigen?